Friday, December 30, 2005

Freitag, 30. Dezember 2005, letzte Woche im Kibbuz

Nun endlich hat sich mein Chef erbarmt und mir einen freien Tag gewaehrt! Da ich jetzt genug Zeit habe, werde ich euch berichten was in den letzten Wochen so alles besonderes passiert ist.

Weihnachten im Kibbuz
Weihnhachten wurde von uns dieses Jahr einen Tag frueher gefeiert. Da wir am Samstag, also am 24. Dezember, den ganzen Tag unterwegs waren, feierten wir Weihnachten am 23. Unsere Volontaersleiterin schmueckte den Club Raum der Kibbuzmitglieder am Strand so weihnachtlich wie nur moeglich und organisierte ein chinesiches Bufet. Jeder musste ein Geschenk mitbringen, was dann anhand eines Spiels an jemand anders weitergegeben wurde. Mit uns feierten 7 Volontaere aus einem Kibbuz im Sueden des Sees. Nachdem die ersten Weinflaschen geleert waren und jeder ein Geschenk hatte machten wir uns auf in den Pub, um dort weiterzufeiern. Mit vereinten Kraeften stuermten wir die Tanzflaeche und verliesen sie erst wieder gegen halb zwei, aber nur um auf eine Geburtstagsparty von einem Maedchen aus dem Kibbuz weiterzufeiern. Und wir waren alle angenehm ueberrascht Die Geburtstagsparty war alles andere als langweilig, es wurde vor allem elektronische Musik gespielt und wir hatten alle eine verdammt gute Zeit. Gegen 5 Uhr waren dann auch die letzten ( Alex und Christian ) im Bett.

Der erholsame Schlaf endete schlagartig um neun Uhr morgens. Um 10 Uhr wurden wir von einem Reisebus abgeholt, der uns nach Haifa und Nazareth bringen sollte. Selbstverstaendlich musste nach einer solchen Nacht nochmal geduscht werden, weswegen sich die Abreise auch etwas hinzog. Im Bus machte sich der Kater bei den meisten sofort bemerkbar und jeder war froh, dass es bis dahin noch kein Fruehstueck gab. Die Merzahl von uns verbrachte die Zeit bis Haifa mit schlafen, andere hoerten Musik oder lasen. Unsere Kollegen aus dem anderen Kibbuz waren auch wieder mit von der Partie. In Haifa angekommen besuchten wir als erstes die Bahian Gardens. Das ist eine art Tempelanlage einer Religion von der ich vorher noch nie etwas gehoert habe, und nach der Fuehrung war ich auch nicht viel schlauer. Die Gartenanlagen waren aber wunderschoen. Haifa liegt direkt am Mittelmeer, und die Stadt erstreckt sich vom Strand bis zum Gipfel eines Berges, weshalb wir von den Gaerten aus, die ziemlich an der Spitze des Berges liegen, einen wunderschoenen Ausblick ueber Haifa hatten. Achja, habe ich erwaehnt das es seit 2 Uhr in der vorigen Nacht ununterbrochen geregnet hat? Also wenn ihr euch bis gerade eben vorgestellt habt das Christian und ich mit Shorts und Sonnenhut in der prallen Sonne durch die Gegend gelaufen sind, dann vergesst das mal lieber ganz schnell. Es war die ganze Zeit sehr kalt und der Himmel war mit grauen Wolken verhangen. Aber trotz des schlechten Wetters war ich fasziniert von Haifa und bin es heute immer noch. Auf unserer Rundreise werden wir dort auf jeden Fall nochmal anhalten und uns alles genauer anschauen. Nachdem wir nun die Gaerten besucht hatten ging es weiter ins Innere der Stadt, genauer gesagt ins juedisch-christlich-muslimische Gemeindezentrum. Dort gab es einen Markt an dem antiker Krims Krams angeboten wurde. Ausserdem gab es guten und warmen Kaffee, was uns zum bleiben animierte. Danach machten wir uns in ein sehr besonderes Viertel der Stadt auf. Ein Viertel naemlich, indem C hristen, Juden und Moslems Seite an Seite, Haustuer an Haustuer miteinander in Frieden leben. Dort assen wir zu Mittag. Danach ging es weiter durch die veregnete Stadt, bis zu dem Punkt an dem der Bus wartete.
Nun ging es weiter nach Nazareth. Nazareth ist eine Stadt, inder die Merzahl der Menschen Araber sind. Nachdem wir bisher immer nur Staedte besucht hatten, in denen vor allem Juden leben, kamen wir nur also im Orient an. Im stroemenden Regen verliessen wir den Bus und machten uns auf den Weg in die weltberuehmte Marienkirche in Nazareth. Sie wurde an dem Punkt erbaut wo angeblich die Mutter Jesus, Maria also, gelebt haben soll.Leider Gottes wurde uns der Zutritt zur Kirche verwehrt, man brauchte naemlich Tickets um reinzukommen. Wir setzten uns dann in ein arabisches Kaffee und genossen die arabische Gastfreundschaft und die herrlichen Suessigkeiten. Danach machten wir uns auf den Heimweg.
Ein wirklich wunderschoener Trip, auch wenn das Wetter nicht so super war. Daheim angekommen spielten wir noch ein bisschen Karten und legten uns dann Schlafen.

Die letzte Woche, ein lachendes und ein weinendes Auge.

Nun ist also die letzte Woche angebrochen. Am Donnerstag, den fuenften Januar verlassen wir Ein Gev und begeben uns auf eine Rundreise durch Eretz Jisrael, das gelobte Land. Einerseits freue ich mich wie verrueckt aufs Reisen. Endlich koennen wir wieder machen was wir wollen, ohne jeden Tag hart arbeiten zu muessen. Andererseits werde ich die Leute hier auch ziemlich vermissen. Wir beide haben hier eine menge echt netter Menschen kennengelernt Mein Chef hat mich am Donnerstag, den 29. Januar auf die Bar Mitzwa seines juengsten Sohnes eingeladen. Das erste mal erlebte ich einen juedischen Gottesdienst, was sehr faszinierend war.
Ich denke wenn ihr den naechsten Beitrag lest sind wir schon nichtmehr hier. Ein Gev wird fuer immer einer der Orte sein, an dem ich mich wie zuhause fuehle. Trotz der harten Arbeit war der Aufenthalt hier etwas ganz besonderes, eine der wichtigsten und schoensten Erfahrungen in meinem Leben.
Also Leute, ich wisch mir jetzt mal die Traenen aus den Augen und schau nach vorne. Am Horizont erkennt man schon die Goldene Kuppel der Al Aksa Moschee in Jerusalem. Ich hoffe ihr rutscht alle gut ins neue Jahr, wir werden hier eine riesen Party feiern, und das habe ich gelernt, das koennen die Israelis wirklich extrem gut.


Also, lehitraot und bis dann in Jerusalem
Alex.

Wednesday, December 21, 2005


















So, erstmal allen eine frohe Weihnacht oder ein froehliches Hannuka. Es wird nicht viel gepostet, da erstmal nicht viel passiert ist. Da momentan der Computer im Voluntaers Club kaputt ist, koennen wir auch nicht posten, ohne gaenzlich zu verarmen! Deswegen das wichtigste in kuerze. Uns gehts blendend, an Weihnachten haben wir erstmal maechtig Party gemacht und dann waren wir in Haifa und Nazareth, beides sehr interresante Staedte. Am fuenften Januar verlassen wir das Kibbuz und fangen mit unserer Reise an. Bald gibt es einen ausfuerhlicheren Post, wenn der PC im Kibbuz wieder geht. Auf dem ersten Foto sieht man, wie wir den Club weihnachtlich schmuecken, auf dem zweiten Foto seht ihr ein Schild das auf ein deutsches Pilgerhaus im Norden des Sees hinweist. Und auf dem dritten Foto seht ihr wie Christian voller Enthusiasmus den Club putzt, nachdem wir am Abend davor alles dreckig gemacht haben :-)

Also, wir denken an euch alle und geloben bald wieder mehr zu posten!

Alex und Christian

Saturday, December 10, 2005

Montag bis Samstag, den 10ten Dezember

Viel Wasser floss den Jordan hinunter, doch viel mehr passierte nicht. Am Montag spielten wir Abends Basketball zusammen mit den Kibbuzniks. Es war ein gutes und faires Spiel, und jeder hatte seinen Spass. Die Englaender wuerden sagen "Was a good laugh".

Dienstag wurde hart gearbeitet und Abends vor dem Fernseher gesessen, weil der Pub zu war. Karina und die anderen "Backpacker" bereiteten sich auf ihre Reise nach Aegypten vor. Unsere Rucksaecke waren auch schon maechtig auf Kairo gespannt. Die haben wir an Karina und Michael verliehen.

Am Mittwoch musste ich ( Alex ) bis sieben arbeiten, das heisst elf Stunden. Zum Glueck konnte ich mich morgens verabschieden, da ich mit Karina gefruehstueckt hatte. Christian verabschiedete sich Abends von den Reisenenden und schon waren wir nur noch neun Volontaere. Nach diesem harten Arbeitstag war nur noch Erholung angesagt, Alex war noch kurz im Pub und Christian vertrieb sich die Zeit mit lesen.

Am Donnerstag wurde auch wieder gearbeitet und Abends tranken wir ein bisschen Rum mit dem Koreaner und rauchten die Shisha ( hebraeisch "Narghila" ) die uns die Uruguayanerinnen ueberlassen hatten. Als wir dann mit dem Koreaner in den Pub aufbrachen, merkten wir das er auch schon ein paar Rum mit Cola zu viel hatte. Im Pub beglueckte er uns dann mit ein paar erstklassigen antisemitischen Klischees, wir hoffen dass diese Sprueche auf seinen Alkoholkonsum zurueckzufuehren sind. Die Band die an diesem Abend spielte war gut, die meisten Songs waren Coversongs, aber gut veraendert, was sie sehr interresant machte.

Am Freitag erklangen fuer die verdammten dieser Erde auch schon wieder die Signale, was soviel bedeuten soll, das wir wieder arbeiten mussten. Abends waren wir nicht in der Stimmung um in den Pub zu gehen, waere auch der dritte Tag hintereinander gewesen, und das muss ja nun wirklich nicht sein.

Der Samstag war erstmal ausschlafen angesagt. Danach gab es ein uepiges Mittagessen. Und dann ging unser Rundtrip um den See Genezareth los. Mit den zwei Schwedinnen im Schlepptau besuchten wir den Ort Capernaum, der mehr als 2000 Jahre alt ist. Die Roemer zerstoerten ihn kurz bevor das roemische Reich unterging und somit ist nicht mehr viel von diesem Ort uebrig. Der heillige Petrus soll in diesem Ort gelebt haben und ueber seinem Haus wurde eine moderne Kirche errichtet, ob man die schoen findet ist Ansichtssache, beeindruckend ist dieses Bauwerk auf jeden Fall. Danach besuchten wir die griechisch Orthodoxe Basilika in Capernaum. Und das war wirklich eine schoene Kirche. Das Innere war eher schlicht gehalten, es gab wenig Gold, aber die ganze Basilika war mit wundervollen bunten Bildern ausgeschmueckt, die Athmosphere in dieser Kirche war sehr angenehm. Danach besuchten wir die Kirche des Wunders der Brotvermehrung, die von einem Benediktiner Orden in Stand gehalten wird. Die Moenche dort waren zum groessten Teil Deutsche. An dieser Kirche trafen wir eine kleine Gruppe deutscher, die mit dem Fahrrad von Deutschland nach Israel kamen. Das hat drei Monate gedauert. Echt eine tolle Idee aber Christian und ich bevorzugen auf jeden Fall das Flugzeug. Danach fuhren wir nach Tiberias um etwas zu essen. Die Restaurants dort hatten echt gesalzene Preise, was uns dazu veranlasste, zum Kibbuz zurueck zu trampen. Dort haben wir dann im Coffe Shop zu abend gegessen. Ein sehr schoener Tag, und eine gelungene Abwechslung zum Kibbuz Alltag.
Das wars dann auch schon wieder fuers erste, bis bald
Christian und Alex.

Monday, December 05, 2005


Montag, 5.12.2005

Heute sitze ich ( Alex) mal zur abwechslung im Internet Cafe in Tiberias und erzaehle euch, was dieses Wochenende so passiert ist.

Am Samstag sind Christian und ich um 11.00 Uhr aufgestanden und an den See gegangen um ein bisschen zu schwimmen. Das Wasser war kaelter als ich gedacht hatte, aber so wird man wenigstens ordentlich wach. Danach musste Christian doch noch arbeiten gehen. Nunja, dafuer bekommt er einen freien Tag unter der Woche, das ist sowieso sinnvoller weil Samstags keine Busse fahren und man somit ziemlich isoliert ist und ausser Schlafen und gammeln im kibbuz nicht viel machen kann. Genau das tat ich dann naemlich, war ja schliesslich mein freier Tag.
Abends bereiteten wir dann ein tolles Barbecue vor, Christian marinierte die Haenchenschenkel mit seiner hier erfundenen Marinade, ich kuemmerte mich um den Salat und das auftauen des Fleisches. Danach sind dann alle zusammen an den Strand gegangen und das Barbecue konnte beginnen. Ich war der Grillmaster fuer diesen Abend. Nachdem die ersten drei Stueck Fleisch noch ziemlich schwarz waren, sahen die restlichen doch ziemlich gut aus und jedem scheint das Fleisch und der Salat geschmeckt zu haben. Nachdem dann alle satt waren gings auch schon wieder zurueck ins Kibbuz und ab ins Bett.

Am Sonntag ist nicht viel spannendes passiert, wir haben gearbeitet und Abends noch ein bisschen TV geschaut, nichts besonderes eben.

Dank des Koenigs von Thailand und dessen Geburtstag habe ich und alle Thailaendischen Gastarbeiter heute frei. Ganz einfach aus dem Grund, dass ohne die beiden Thais auf unserem Boot garnichts laufen wuerde, haben wir anderen nicht-thailaender eben auch frei bekommen.
Ich habe erstmal bis halb elf geschlafen, dann zu Mittag gegessen und danach bin ich mit dem Israeli mit dem ich zusammen auf dem Boot arbeite nach Tiberias gefahren. Dort habe ich erstmal ne Menge anderer Israelis kennengelernt, deren Namen ich aber gleich wieder vergessen habe. Dann habe ich ein paar besorgungen gemacht, und jetzt sitz ich wie gesagt hier im Internet Cafe und schreibe diesen Post. Das Foto zeigt eine Strasse hier in Tiberias, plus UN Fahrzeug :-)

also, erew Tov an alle, bis bald.
Alex

Friday, December 02, 2005



Freitag, 2. Dezember 2005,

so ich sitze nun wieder in einem Internet-cafe in Tiberias, der Stadt, die trotz ihrer geringen Groesse sehr belebt ist, in der sich Pferdewagen zusammen mit Schwertransportern durch die Strassen quetschen, in der man an jeder Ecke irgendeien Ramsch angeboten bekommt und in der man immer den wunderschoenen Ausblick auf den See hat. Um meine Beschreibungen mal zu verdeutlichen hab ich ein paar Fotos mit gepostet.

Was ist in den Letzten Tagen passiert?
Eigentlich nicht viel. Die Arbeit ist die Gleiche und sonst auch alles beim alten. Ein paar Volontaere planen fuer die naechste Woche einen 10-Tages Trip nach Aegypten. Das beschert mir ein paar freie Tage, weil die ihre Freizeit vorarbeiten muessen und vorallem hat es Alex und mir Lust gemacht auf das Land der Pharaonen und Pyramiden. Mal schauen, ob das noch in unsere Reiseplanung kommt.

Gestern war leider die einzigste Kibbuz Attraktion, das Pub, zu. Da wir doch alle jung und unternehmenslustig sind beshlossen wir unsere eigene Party zu machen. Also zum Supermarkt und alle Zutaten fuer einen deftigen Punsch gekauft. Ich hab dann zusammen mit Karina (die aus Berlin) und Alex, unter Einsatz unseres Lebens (2 lebensgefaehrlich Schnittwunden), eine gute Mischung gebraut, die auch Allen gescheckt hat. Ein tzpisch deutscher Beitrag zur Voelkerverstaendigung.

Heute ist wieder Arbeiten angesagt und Vorbereiten fuer den Barbecue am Samstag.