Saturday, January 28, 2006

Sanstag, 28.01.2006,

wir haben mittlerweile wieder Tel-Aviv verlassen, um die naechsten Tage nochmal in Jerusalem zu verbringen. In Tel-Aviv haben wir in den letzten Tage eine gute Zeit gehabt und es viel uns sehr schwer die Stadt hinter uns zu lassen.

Am Mittwoch nutzten wir die Chance, nach zwei Tagen harten arbeitens, lange auszuschlafen und den Tag langsam anzugehen. Wie geplant zogen wir dann gegen Mittag zum Diaspora-Museum im, Norden Tel-Avivs, los. Es gestaltete sich aber leider nicht so einfach wie gedacht, denn die Putzfrau, die unser Zimmer saubermachte, hielt unsere Stadtkarte fuer Abfall und entsorgte sie ordnungsgemaess. Doch wir vertrauten unserem Orientierungssinn und liefen erstmal los.

Nach ca. einer halben Stunde waren wir uns aber dann doch nicht mehr so 100%ig sicher und beschlossen ein Taxi zu nehmen. Das brachte uns dann fuer zehn Schekel pro Person zu dem Museum, das sich auf dem Gelaende der Universitaet befindet. Das Taxi hatte sich uebrigens gelohnt, denn es waeren ungefaehr noch 1 1/2 Stunden zu laufen gewesen, und unsere Richtung war auch nicht so ganz Richtig.

Im Museum waren wir erstmal ueberrascht, denn es war groesser als wir dachten und befasste sich mit der Geschichte der Diaspora, an sich. Am Eingang war angegeben, dass man fuer einen ausfuehrlichen Besuch so fuenf bis sechs Stunden mitbringen sollte. In der Einleitung wurde nochmal umfangreich erklaert, was die Diaspora bedeutet: Alle Juden, die ihre Religion ausserhalb des heilligen Landes praktizieren leben in der Diaspora. Somit fanden wir dort Dokumente und Berichte ueber die juedischen Gemeinden, die sich seit dem Enden des Judaeischen Koenigreiches, in der ganzen Welt gebildet haben. Dies umfasste auch sehr ausfuehrlich die deutschen Juden und den Holocaust. Das museum war sehr interessant, auch wenn wir am Ende die empfohlenen fuenf Stunden auf 2 1/2 verkuerzten.
Danach fuhren wir mit dem Bus wieder in die Stadt, wo wir noch kurz durch das Dizzengoff-Center, ein Einkaufszentrum, nach einem grossen Zionisten benannt, liefen und dann am Strand wieder zum Hostel gingen.

Im Hostel erfuhren wir dann erstmals von dem Verlauf der Wahlen in den palestinensischen Autonomiegebieten. Man war sehr erfreut, dass alles friedlich verlief, der grosse Schock kam dann mit den ersten Hochrechnungen. Eigentlich war es schon abzusehen, dass die Hamas die mehrheit bei den Wahlen erhaelt. Waehrend in den palestinensischen Gebieten gefeiert wurde, besorgten sich die Israelis, wie man mit der neuen Situation umgehen soll. Soll man das Ergebniss als Kriegserklaerung ansehen, oder darauf hoffen, dass sich die Hamas als demokratische Partei etabliert und gemeinsam mit der israelischen Regierung weiter Frieden schaffen will? Die ersten Statements der Hamas-Fuehrung sehen nicht danach aus. Auch der nun wachsende internationale Druck auf die Organisation scheint nicht zum Einschlagen eines friedlichen Kurses der Parteifuehrung zu fuehren. Die Lage im Land bleibt weiter angespannt und eine falsche Reaktion beider Seiten koennte leicht zu einer Eskaltion fuehren. Fuer die naechste Zeit ist aber nicht damit zu rechnen, dass es zu Gewaltanwendungen von der israelischen Armee, noch von den Palestinensern, kommt und so fuehlen wir uns nicht besonders gefaehrdet.
Den weiteren Mittwochabend verbrachten wir dann mit poolspielen und kochen. Das Abendessen kochten wir zusammen mit zwei Amerikanern, die auch gemeinsam durch Israel reisen. Es gab Reis mit Gemuese, zubereitet nach indischer Art.

Am Donnerstag war es wieder Mittags, als wir das Hostel verliessen. wir liefen zuerst zur Busstation, um von der tourist information eine neue Stadtkarte zu holen. Nach ein paar Gespraechen mit schlecht englichsprechenden Schalterdamen erfurhren wir, dass sich dieser Informationsschalter jetzt irgendwoanders ist und die Karte, die man uns am Ticketschalter geben wollte, brachte uns nicht viel, denn sie war in Hebraeisch. Motivationslos setzten wir uns erstmal und assen eine Portion Pommes.
Auf dem Weg zurueck liefen wir zum Shalom-Tower, dem groessten Gebaeude in der Stadt. Die Aussichtsplattfrom, die wir besuchen wollten war aber wegen der Terrorgefahr gesperrt. Somit mussten wir uns mit einem Miniaturmodell von Tel-Aviv und einer kleinen Ausstellung ueber die Besonderheiten der Architektur in der Stadt zufriedengeben. Von dort aus liefen wir weiter auf dem Rothschild-Boulevard entlang, an dem auf der ganzen Laenge verschiedenartig, kunstvoll gestaltete Stierfiguren aufgestellt waren. Zufaellig fanden wir auch einen von der Deutschen Bank gestifteten Stier, der die Frankfurter Skyline auf seinem Lenden trug.

Befluegelt von soviel Heimatgefuehlen machten wir uns dann weiter in Richtung Innenstadt, was etwas laenger dauerte, weil jedes zweite Haus auf dem Weg ein Foto wert war. Dort gingen wir dann in ein kleines Museum, was zu Ehren eines Mannes gegruendet wurde, der in den 40er Jahren eine kleine Kampftruppe zusammenstellte, die als Vorstufe zur heutigen israelischen Armee angesehen wird. Genaugenommen wollte wir eigentlich ins Ben Guroin-Museum, aber das fanden wir zuerst nicht. Diese Kampftruppe bestand aus jungen Maenner und Frauen, die, mit terroristischen Mitteln, den unabhaengigen Staat Israel gegen die Araber und die britischen Mandatsinhaber in den Jahren bis zur Staatsgruendung 1948 zu erkaempfen versuchten. Die Mittel, die diese Oragnisation benutzte erscheinen einem sehr fragwuerdig. Alles im allem waren nur antike Waffen und Sprengstoffe ausgestellt, begleitet von einem kurzen Film, der einen Dialog zeigt zwischen den Mann, dem das Museum gewidmet war und seinen Sohn. In Israel versteht man es anscheinend historische Geschehnisse moeglischst dramatisch darzustellen.

Nach dem Abendessen gingen wir mit zusammen mit den Amerikaneren vom Vortag in eine Bar am Strand von Tel-Aviv. Dort trafen wir dann auch noch die Schweden, die wir schon in Jerusalem kennengelernt hatten. Wir zogen gemeinsam durch verschiedene Bars der Stadt und es wurde wieder einmal sehr spaet, bis wir im Hostel ankamen.

Am naechsten Morgen standen wir wieder spaet auf, so dass wir erst nach dem Beginn des Shabbath aus dem Haus gingen. Alex blieb noch bis in den Nachmittag liegen, waehrend ich mich aufmachte die kleine Seitengassen der Stadt zu erkunden. Wir verabredeten uns dann gegen 16:00 in einer Strasse im Sueden Tel-Avivs, in der eine FM-Party stattfinden sollte. Was das sein soll wusstenm wir auch erst, als wir dort eintrafen. Ein par junge Leute hatten neben einem Platz einen Radiotransmitter in einem Auto mitgebracht und liessen ueber eine schwache Frequenz Musik laufen, die man dann im Umkreis von 500 Metern auf seinem eigenen, mitgebrachten Radio hoeren konnte. Fuer einen Aussenstehenden sah das dann wohl sehr komisch aus, wenn 15 Leute auf einem Spielplatz am spaeten Nachmittag zu nicht-hoerbaren Musik tanzten. Wir trafen dort aber sehr nette Leute. Unter Anderem ein Paerchen aus Amerika, die uns dann gleich zum Essen einluden.

Wir furhen dann mit dem Taxi zu einem Appartment im Osten der Stadt und holten unterwegs noch einen Freund der Beiden ab, ein Deutscher, der in Israel seinen Zivildienst verrichtet. Das Essen war sehr gut und wir beschlossen den Abend gemeinsam auszugehen. Die Nacht wurde sehr lang und wir liessen uns von unseren Gastgebern durch verschiedene Clubs und Discos in Tel-Aviv und Jaffa fuehren. Wir trennten uns dann leider schon sehr schnell wieder, weil die Beiden am naechsten Morgen frueh aufstehen mussten.

Heute Morgen mussten wir frueh aufstehen, um rechtzeitig auszuchecken. Fuer das Fruehstueck liessen wir uns dann umso mehr Zeit. Danach stiegen wir dann in ein Sammeltaxi nach Jerusalem, das uns erstaunlich schnell in die heillige Stadt brachte. Wir kannten uns ja schon aus, deshalb liefen wir einfach den Weg in unser altes Hostel im arabischen Viertel. Aus unserem kleinen Mittagsschlaf wurden wir von der markannten Stimme von Tomaz, dem Brasilianer aus unserem Kibbutz, geweckt. Der hatte am Mittwoch Ein-Gev verlassen und verbringt jetzt mit einem Freund noch ein paar Tage in Jerusalem. Wir freuten uns sehr darueber, dass wir uns noch einmal wiedersehen, bevor wir alle das Land, was wir sehr mochten, in unsere Heimatlaender verlassen.

Fuer morgen haben wir geplant in das Isarel-Museum zu gehen und einen dritten Versuch zu starten endlich an das Grab Oskar Schindlers zu kommen. Hoffentlich klappts diesmal.

Bis demnaechst. Christian und Alex aus Yerushalayim

2 Comments:

At 3:49 PM, Blogger cyphunk said...

Yo!
Here are photos from the free party we first went to last night that was held in an abandoned building:
Looks awesome. Just wish the first DJ had played a bit more consistently.

Anyway, we thoroughly enjoyed hanging out, meeting you guys, and eventually getting the final destination: Barzilay.

I think we will see you next week. Either way, be in touch.

-- Nathan

 
At 2:09 PM, Anonymous Hanna said...

Duuu Christian. Du wolltest mir noch bescheid sagen wann du ankommst.
lg Hanna

 

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