Sunday, January 08, 2006

Sonntag, 8.Februar 2006

Nachdem wir heute morgen gut ausgeruht um 8 Uhr aufgestanden sind, ging es erstmal ins Kaffe um die Ecke zum Fruehstuecken. Eigentlich wollten wir heute Morgen den Felsendom besuchen, da es aber geregnet hat, entschieden wir uns fuer einen Ort der etwas trockener ist. Unsere erste Station heute war die Knesset, das israelische Parlamentsgebaeude. Wir nahmen an einer Fuehrung auf Englisch und Spanisch teil, die gratis war! Das Gebaeude an sich ist ziemlich schlicht gehalten. Besonders ist, dass der Plenarsaal keine Fenster hat. So ist es unmoeglich geziehlte Attentate auf Politiker zu verueben. In einem Land wie Israel durchaus nachvollziehbar. Das Parlament hat 120 Sitze. Da Israel ein sehr kleines Land ist und auch nur relativ wenige Einwohner hat, braucht es kein so grosses Parlament wie wir es haben. Besonders sind auch die drei Wandteppiche von Marc Chagal, die vor dem Plenarsaal haengen. Sie erzaehlen die Geschichte des juedischen Volkes auf kuenstlerische Art und Weise. Im Untergeschoss konnten wir verschiedene Fotos aus 60 Jahren Demokratie in Israel bewundern, unter anderem auch ein Foto das einen Abgeordneten beim Besuch Helmut Kohls zeigt, der durch ein Plakat an den Holocaust und die deutsche Schuld daran errinert.

Nachdem wir die Knesset verlassen hatten schnappten wir uns das naechste Taxi und begaben uns auf den Mount Herzl, um Yad Vashem, die israelische Holocaust Gedenkstaette, zu besuchen. Auch dort ist der Eintritt gratis. Was soll man ueber Yad Vashem schreiben? Wir brauchten fast 5 Stunden um das Museum zu besichtigen. Man wird sehr detailliert an den Holocaust herangefuehrt. Es wird genau erklaert wie es zum Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland kam, und wie das Unheil seinen Lauf nahm. Das Museum ist multimedial gestaltet, zu jedem Ghetto und zu jedem Land aus dem Juden deportiert wurden gibt es eine ausfuehrliche Erklaehrung als Text, als Film und als aufgezeichnete Zeitzeugenberichte. Auch Marcel Reich Ranicki war unter den Zeitzeugen, und er gab alle Interviews auf Deutsch. Wenn man wirklich alles in Yad Vashem sehen und lesen moechte, braucht man wirklich einen ganzen Tag. Aber 5 Stunden waren fuer uns ausreichend. Vor allem die Gedaenkstaette fuer die ermordeten Kinder ist mir im Gedachtniss haften geblieben. Der Raum ist voellig verdunkelt und verspiegelt. In der Mitte des Raumes sieht man eine brennende Kerze hinter einer Glasvitrine. Somit kommt es einem so vor, als ob man in einem Meer von Kerzen stuende. In diesem Raum werden nacheinander alle Namen und Geburtsorte der Kinder von einer Frauenstimme aufgesagt, fuer mich war das sehr bedrueckend.

Trotz allem zeigt Yad Vashem nicht mit dem Finger auf die "boesen Deutschen". Es wird sehr sachlich und nicht reisserisch erklaert, wie es zum Holocaust kam, was ich persoenlich beeindruckend finde. Somit ist dieses Museum eine Warnung an alle Nationen und Voelker, dass so etwas nicht noch einmal passieren darf. Am Ende des Museums gab es noch die Moeglichkeit, an 25 Computern alle nur erdenklichen Filme ueber den Holocaust anzuschauen, Dokumentation wie auch Spielfilme. Auch eine Dokumentation von Guido Knopp war dabei. Das naechste mal werde ich mir auf jeden Fall einen ganzen Tag Zeit nehmen, dieses mal musste ich auf die Dokumentation verzichten, da das Museum um 5 Uhr schliesst.

Nachdem wir dann in der Cafeteria noch einen kleinen Snack zu uns genommen hatten, fuhren wir per Bus zurueck in die Innenstadt, um noch etwas Geld abzuheben und zu telefonieren. Dann setzten wir uns noch in das Cafe in dem wir auch schon gestern waren. Das wars dann auch schon wieder fuer heute, wir sind immer noch fasziniert vom "Koenigreich der Himmel", und das wird sich wohl auch nie wieder aendern.

Also Leute, immer locker bleiben und bis morgen!
Alex ( Author ) und Christian ( Muse )

1 Comments:

At 12:36 PM, Anonymous Dennis said...

So gehört sich das.
Immer schön täglich berichten. ;)
F E I N !
Viel Spaß noch!

 

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